Weshalb ist eine durchgehend unterirdisch Transrapid-Verbindung zwischen dem Münchener Flughafen und der Innenstadt von München auf der direkten Tunneltrasse insgesamt wirtschaftlicher als die Westtrasse bzw. Osttrasse?
Bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit sind Investitionskosten und Betriebskosten zu berücksichtigen.
Die Investitionskosten beinhalten die Herstellungskosten für den Fahrweg einschließlich der magnetbahnspezifschen Ausrüstung, für die beiden Stationen, für die Energieanlagen einschließlich der Unterwerke und für die Fahrzeuge. Sie umfassen außerdem die Planungs- und Verwaltungskosten und die Grunderwerbskosten. Bei den Betriebskosten ist vor allem der laufende Unterhalt von Fahrweg und Fahrzeugen und der Stromverbrauch für den Fahrzeugantrieb von Bedeutung.
Mindestens ebenso wichtig wie die vorgenannten Kosten ist die für die Realisierung des Projektes benötigte Zeit. Entscheidend sind hier die Zeiträume, die zusätzlich zur eigentlichen Bauzeit für die Genehmigungsverfahren und den Grunderwerb erforderlich sind.
Die Herstellungskosten sind bei der direkten Tunneltrasse nicht höher als bei der Westtrasse!
- Die Streckenlänge ist um 7 km kürzer als bei der Westtrasse.
- Ein durchgehender, tiefliegender Tunnel läßt sich zu wesentlich niedrigeren Einheitspreisen herstellen als die auf die Bereiche der Stadt München und des Flughafens beschränkten kürzeren Tunnelabschnitte der Westtrasse. Diese müssen beim Auftauchen an die Oberfläche die grundwasserführenden Kiesschichten durchfahren, was schwierig und teuer ist.
- Der durchgehend unterirdische, innerhalb der Tunnelröhre herzustellende Fahrweg ist einfacher und billiger als der oberirdische Fahrweg der Westtrasse.
- Bei einem geradlinigen Fahrweg ist eine höhere Fahrgeschwindigkeit möglich als bei der Westtrasse (oberirdisch Geschwindigkeiten unter 300 km/h / direkte Tunneltrasse Geschwindigkeiten von 400 km/h). Deshalb und wegen der kürzeren Strecke ist die Fahrzeit bei der direkten Tunneltrasse wesentlich geringer als bei der Westtrasse. Damit ist eine Tunnelröhre mit nur einer Fahrspur ausreichend, um die Anforderungen an Taktfolge und Fahrgastkapazität der Transrapid-Verbindung zu erfüllen. Auf dem teils unterirdischen, teils oberirdischen Fahrweg der Westtrasse werden hierzu zwei Fahrspuren benötigt.
- Die Transrapid-Stationen in der Innenstadt und am Flughafen sind die schwierigsten Bauabschnitte. Sie können nur unterirdisch angeordnet werden. Die dafür aufzuwendenden Kosten fallen bei jeder Trassenvariante in gleicher Größenordnung an ("Sowieso-Kosten").
Bei der direkten Tunneltrasse sind die Unterhaltskosten für Fahrweg und Fahrzeuge niedriger!
- Es entfallen die Witterungseinflüsse und insbesondere der kostenintensive und gleichwohl störanfällige Winterbetrieb.
- Der Fahrweg liegt ganz im Tunnel und weist nur etwa 40 % der bei der Westtrasse vorhandenen Länge auf, weil die Strecke um 7 km kürzer und nur eine Fahrspur erforderlich ist (anstelle von zwei Fahrspuren bei der Westtrasse).